Test- Woher kommen meine Gedanken

Wer jetzt immer noch der Meinung ist, dass die Gedanken von selbst kommen und gehen und er darauf keinen Einfluss hat, kann den folgenden Test machen:

Stelle dir einfach mal die Frage, was wird mein nächster Gedanke sein.

Wiederhole die Frage: Was ist mein nächster Gedanke, welche Gedanke wird jetzt kommen, was denke ich als nächstes? Welcher Gedanke? Und dann warte, welcher Gedanke kommt und du wirst feststellen, dass kein neuer Gedanke kommt. Während du damit beschäftigt bist, auf den nächsten Gedanken zu warten, kommt keine neuer Gedanke (vorausgesetzt, du hast dich wirklich auf den nächsten Gedanken konzentriert) somit ist auch gleich die Mär hinfällig, dass der Mensch unablässig denken muss. Weil dein Gehirn unablässig auf den neuen Gedanken wartet und beim konzentrierten Warten nichts anders denkt, als: „Welcher Gedanke kommt als nächster?“ entsteht kein anderer, neuer Gedanke. Wer etwas in Meditationstechniken geübt ist, hat diese Erfahrung vermutlich auch schon gemacht, dass auch die Gedanken irgendwann aufhören.

 

Fazit: Du kannst selbst bestimmen, ob Gedanken kommen und auch welche Gedanken kommen.

Du hast dir im Lauf deines Lebens vermutlich aber eine ganze Hitliste Liste von Redensarten zurechtgelegt, um dich gegen die Tatsache zu Wehr zu setzen, dass du selbst der Macher deiner Gefühle bist. Einige von den nachstehenden Äußerungen kennst du sicher auch:

 

  1. Du tust mir weh
  2. Du hast mich verletzt.
  3. Du hast  mich geärgert
  4. Du machst mich traurig
  5. Du regst mich auf
  6. Du hast mich enttäuscht
  7. Du nimmst mich nicht ernst
  8. Du hörst mir nicht zu
  9. Ich bin dir nicht wichtig
  10. Du bist ungerecht

 

Achte einmal bewusst darauf, was die Sätze aussagen. Jeder dieser Sprüche soll dazu dienen, den Andern für das jeweilige Gefühl, das gerade hochkommt, verantwortlich zu machen. Was im Umkehrschluss dann bedeuten soll, dass man für die eigenen Gefühle nicht selbst verantwortlich ist. Dass dies gleichzeitig alles Vorwürfe sind, dies hast du sicher schon erkannt. Jeder Vorwurf beinhaltet grundsätzlich die Idee, dass der andere dafür verantwortlich ist, was gerade geschieht. Wenn die solche Sprüche bereits in dein Leben integriert hast, dann bist du auf dem besten Weg zum sogenannten „Rechthaben“, weil du mehr und mehr dazu übergehst, diese Sprüche als „Glaubenssätze“ zu verteidigen. Weil du selbst dann glaubst, dass du mit deinem Glaubenssatz “Recht“ hast und diesen dann auch verteidigst, wirst du mehr und mehr auch in anderen Bereichen auf das „Rechthaben“ bestehen.

 

Aufgabe: Stelle eine Liste deiner gebräuchlichsten Sprüche zusammen.

Wenn du deine Liste zusammengestellt hast, dann ändere die Sprüche so ab, dass sie den Tatsachen entsprechen.

Also nicht: Das was du zu mir sagst, verletzt mich.

Sondern, dadurch, wie ich über deine Worte, die du zu mir sagst denke, verletze ich mich selbst.

Also nicht: Du tust mir weh.

Sondern „Ich tu mir selbst damit weh, wie ich über dein Handeln denke.“

Oder: „Ich habe mich dazu entschlossen, mich zu ärgern, weil ich mit meinem Ärger andere manipulieren kann

Oder: Ich habe beschlossen mich jetzt zu ärgern, weil ich in einer solchen Situation immer so reagiere will, oder weil ich wegen meiner Programmierung immer so reagieren muss.

Leider ist es in unserer Kultur so, dass wir alle gerne  keine Verantwortung für unser Handeln übernehmen möchten und die Verantwortung in Form von Schuld auf andere abschieben und abladen möchten.

Die Sache mit den Gefühlen ist dir vermutlich mittlerweile glasklar, verantwortlich dafür, wie du dich fühlst, kannst nur du selbst sein. Du fühlst das, was du denkst. Wenn du dich dazu entschließen kannst, etwas anders zu denken, wirst du etwas anderes fühlen und das kannst du lernen, sofern du das überhaupt willst. Überlege dir, ob es sich wirklich auszahlt, unglücklich und niedergeschlagen zu sein oder sich verletzt zu fühlen. Beginne damit, nachzuforschen, welche Gedanken es sind, die dich zu derartigen Gefühlen führen, die dich schlussendlich nur blockieren und dich daran hindern ein glückliches und zufriedenes Leben  zu führen